Mittwoch, 2. Juni 2010

Schwarz-Grün

Matthias Berninger, früherer Bundestagsabgeordneter der Grünen und in rot-grünen Regierungszeiten Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium (das von Renate Künast in "Ministerium für Verbraucherschutz" umbenannt wurde), war zu Gast an der Bucerius Law School. Für ihn ist schwarz-grün DAS Modell der Zukunft, weil sich hier Ökonomie und Ökologie mit einem christlichen Menschenbild des selbstverantworteten Handelns am ehesten vertragen. Um das in Hamburg zu erkennen, muss man zur Zeit schon sehr genau hinschauen...

Berninger ist mittlerweile Vice President Public Affairs bei Mars Inc., einem Familienunternehmen mit 30 Mrd. US-$ Jahresumsatz, die wir von Mars, Twix, Wrigley's & Co. kennen. Er lebt mittlerweile mit Familie und fünf Kindern in New Jersey. Für mich war es beeindruckend zu sehen, wie sehr sich Mars als Unternehmen an Werten und Prinzipien orientiert, die unmittelbaren Einfluss auf Geschäftsentscheidungen haben: So wusste ich nicht, dass es absichtlich keine Werbung von Mars für Süssigkeiten im Umfeld von Kindern unter 12 gibt. Begründung: die Mütter lehnen das ab, also tun wir's nicht. Auch die Aktivitäten für nachhaltigen Kakaoanbau und der verantwortungsbewusste Umgang mit dem (erschreckenden) Thema Übergewicht haben mich sehr für Mars eingenommen.

Zwei simple Erkenntnisse: (1.) Der Politikbetrieb schafft es offenbar, immer wieder hervorragende und kluge Köpfe nach vorne zu bringen. (2.) Der Wechsel von der Politik in die Wirtschaft ist möglich und oft attraktiv (siehe Berninger et. al.), der eigentlich mindestens so notwendige Wechsel von der Wirtschaft in die Politik ist dank der Strukturen in unseren Parteien selten, unattraktiv und oft glücklos (siehe Köhler et. al.).

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