Mittwoch, 20. Oktober 2010

Internationalizing Legal Education II

Es klang überraschend und erfreulich zugleich: bei der Konferenz internationaler Law School Deans anläßlich des 60jährigen Jubiläums der Renmin Law School in Beijing, China, gab es zwei leuchtende Beispiel erfolgreicher Strategien der Internationalisierung der Rechtsausbildung: Georgetown und Bucerius. Darüber hat sich sicher auch Craig Hoffman, Professor an der Georgetown Law School (ganz links im Bild) gefreut, der über deren Internationalisierungsansatz und insbesondere über das "Center for Transnational Legal Studies (CTLS)" in London gesprochen hat. Das CTLS, von Georgetown 2008 ins Leben gerufen, hat mittlerweile mehr als 20 Partner Law Schools weltweit, darunter seit Beginn auch Bucerius. Neben Studienplätzen am CTLS in London gibt es Kontakt auf akademischer Ebene, Prof. Karsten Thorn hat dort mehrfach unterrichtet, und zur Zeit macht Maite Bäurle, Marketing & Admissions in unserem MLB-Programm, ein Internship bei den Kollegen in London. Dass Bucerius unter den rund 350 Teilnehmern, davon gut 100 Law School Deans aus aller Welt, über einen so exzellenten internationalen Ruf verfügt, ist erfreulich. Sicher auch das Ergebnis unseres International Program, mit dem wir nicht nur unsere Studierenden zu einem Pflichtsemester ins Ausland schicken, sondern vor allem rund 100 internationale Austauschstudenten jedes Jahr in Hamburg empfangen.

Die eigentliche Herausforderung allerdings liegt noch vor uns: Die Folgen der Globalisierung der Wirtschaft und der Internationalisierung der Wissenschaften wird im kommenden Jahrzehnt auch die Rechtswissenschaften in Deutschland verändern - möglicherweise stärker als in den vergangenen hundert Jahren. Gut zu wissen, dass uns als "Hochschule in permanenter Veränderung" die Aufgaben nicht ausgehen.

1 Kommentar:

  1. Trotz allem, insbesondere trotz durchaus selbstbewusst-positiver Eigenwahrnehmung und trotz internationaler Reputation und erfreulich positiver Außenwirkung in der "Branche", sollte die Außenwahrnehmung über die Grenzen des juristischen Metiers hinaus nicht unter den Tisch fallen.

    Bucerius sollte sich in dem Sumpf der die Wahrnehmung privater Hochschulen in Deutschland – insbesondere unter Studentinnen und Studenten staatlicher Hochschulen – ist so schnell wie möglich an das rettende Ufer bewegen.
    Die Hochschule sollte sich stärker als das was sie ist profilieren. Nämlich keine der Privaten die in erster Linie Selbstbeweihräucherung und Ausbildung (manchmal zweifelhafter Transparenz) betreiben.

    Eine Private die gänzlich ohne staatliche Mittel auskommt, und trotzdem hochwertige Ausbildung und renommierte Forschung betreibt darf zu Recht stolz auf sich sein; nur kann stolz schnell wie Hochmut aussehen, und Informationsvermittlung wie eben jene Selbstbeweihräucherung.

    Ich würde mir wünschen, dass Bucerius auch Fachfremden ein Synonym für Fachlich- und Sachlichkeit, Transparenz und Bodenständigkeit wird.

    Ich würde mich freuen wenn ich in sechs oder sieben Jahren zurück sehen kann und ganz besonders in diesem Bereich der im ersten Jahrzehnt etwas unter den Tisch fiel, eine atemberaubende Entwicklung attestieren könnte.

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