Mittwoch, 3. November 2010

Rein? Raus... und die Folgen für die Bildung

Endlich führt unser Land eine Einwanderungsdebatte, bei der hinter dem Nebel bayrischer Stammtischparolen auch Zukunftsweisendes zu hören ist: Aktive Einwanderungspolitik, Punktesystem, Anziehen qualifizierter Arbeitskräfte. Unserem Bucerius / WHU Master of Law and Business - Joachim Herz Program gelingt das seit Jahren: im Wettbewerb um die besten Studierenden weltweit mitzuhalten und Menschen für ein Studium in Deutschland zu gewinnen, die sonst z. B. nach Großbritannien oder in die USA gegangen wären - privat finanziert übrigens. Hoffentlich gelingt uns dies auch bald bei der Zuwanderung, denn eine alternde und zudem schrumpfende Gesellschaft in Deutschland sollte neben humanitären Gründen eben auch ökonomische Interessen an die Zuwanderung formulieren.

Dabei wird jedoch leicht übersehen, dass wir nicht nur zuwenig Zuwanderung von ausländischen Leistungsträgern haben, sondern auch zuviel Abwanderung von inländischen Leistungsträgern: im Jahr 2009 haben 155.000 Deutsche der Bundesrepublik den Rücken gekehrt, das entspricht der Einwohnerzahl von Potsdam. Am häufigsten zog es sie in die Schweiz, die USA, Österreich, Polen und Großbritannien. Gründe dafür gibt es sicher so viele wie Auswanderer. Unstreitig dürfte im akademischen Umfeld sein, dass es auch an Forschungs- und Studienbedingungen im Ausland liegt. Doch während in den USA und in Großbritannien Millionenbeträge von Privaten in Bildung und Forschung an Hochschulen investiert werden, wird hierzulande der Taschengeldzuschuss des "Nationalen Stipendienprogramms" als Eliteförderung verkauft - obwohl das Geld eher in den Kneipen als an den Hochschulen landen dürfte.

Am 24. November veranstaltet der AStA Hamburg eine Diskussion über die Frage, wie mehr private Mittel für die Hochschulen mobilisiert werden können, bei der ich auf dem Podium mit diskutieren darf und auf die ich mich freue. Ein wichtiges Thema, hoffentlich mit neuen und guten Ideen für den Wissenschaftsstandort Hamburg.

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