Mittwoch, 5. Januar 2011

Der Vierte König

Foto: Kilian Wegner, Bucerius Law School
Am Tag vor dem traditionellen Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart war Wolfgang Kubicki zu Gast an der Bucerius Law School. Der schleswig-holsteinische Fraktionsvorsitzende der Liberalen zeigte - wie nicht anders zu erwarten - "klare Kante", wie man hier im Norden sagt. Klar ist: im politischen Geschäft kann man diese Form der Offenheit und Angriffslust nur durchhalten, wenn man im Ergebnis Erfolg hat, die klare Kante durchhält und ein sicheres Gespür dafür hat, ob man den Stimmungsnerv in der breiteren Bevölkerung trifft. All dies trifft auf Wolfgang Kubicki zu: die FDP ist dank ihm im Schleswig-Holsteinischen Landtag eine feste Größe, sie hat in der Regierung mit der CDU einen unpopulären, aber erfolgreichen Sparkurs aufgelegt, und Kubickis Beschreibung des Zustands seiner eigenen Partei ist zwar kein Meisterstück in Diplomatie, wird aber im Ergebnis von allen als "gefühlt zutreffend" wahrgenommen.

Bleibt die Frage: warum ist er als Mitglied des Bundesvorstands nicht beim Dreikönigstreffen in Stuttgart? Vielleicht hat der Vierte König ja noch ein Ass im Ärmel?

1 Kommentar:

  1. Bezweifel ich. Herr Kubicki wirkt zwar überzeugend, und dem Wähler gefallen die Offenheit (welche ich wichtig finde), doch Herr Kubickis Verhalten grenzt schon am Unseriösen. Leute wie er manövrieren sich leicht ins Abseits, und wer politisch keine Freunde hat, dem fehlt es an Durchsetzungskraft (Kubicki gab selbst zu dass niemand auf ihn hört). Das er am Dreikönigstreffen nicht bei seiner Partei ist, zeigt wie sehr er sich von seinen Kollegen auf Bundesebene entfernt hat. So kann leider keine Politik gemacht werden. schade für einen sonst sehr talentieren Mann.

    (Und Westerwelles Rede war enttäuschend.)

    ND

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