Mittwoch, 30. März 2011

Hochschulstandort Hamburg


Die ZEIT-Stiftung war Gastgeberin eines Symposiums zum Hochschulstandort Hamburg ("Starke Stadt, Starke Hochschulen- Perspektiven für den Wissenschaftsstandort Hamburg") mit hochkarätiger Besetzung. Im Gegensatz zur (lauwarmen) Presseberichterstattung in Abendblatt und WELT gab es durchaus Kerniges zu hören; hier in subjektiv zusammengestellten Auszügen:
  • Die Zukunft Hamburgs liegt nach dem Scheitern in der Exzellenzinitiative in der Bildung thematisch ausgerichteter Zentren jenseits der Hochschulgrenzen: Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sollten über ganz neue Formen der Kooperation nachdenken (Herfried Münkler)
  • Zerschlagt die Universität Hamburg! (Stephan Jansen)
  • Statt einer unsteuerbaren Großeinrichtung: Mehrere eigenständige Schools unter dem Dach einer Holding (Michael Göring)
Ohne Richtungsaussage blieb Dieter Lenzen. Er stellte zwar verschiedene Szenarien  für das "Wie weiter" vor, allerdings war keines davon ernst gemeint. Sein Schlusssatz: Die Politik soll's bitte entscheiden.

Stephan Jansen (Zeppelin), Karsten Schmidt (Bucerius),
Stephanie Jürges, Dieter Lenzen (Uni HH), Hariolf
Wenzler (Bucerius); Martin Kefferpütz (Joachim Herz Stiftung)
Nur was? Die neue Wissenschaftssenatorin wusste das auch nicht. Aber für das "Wie" hat sie einen Plan: "wir müssen wieder mehr miteinander reden". Immer gut.

Erste Erkenntnis: es gibt wirklich keinen Plan B. Zweite Erkenntnis: es scheint niemanden zu geben, der ihn entwickelt. Dritte Erkenntnis: Außer der ZEIT-Stiftung, die den Impuls zu dieser Veranstaltung gab, scheinen sich damit die meisten abgefunden zu haben.

Wie gut, dass es Ausnahmen in dieser Stadt gibt: Die HAW zum Beispiel, deren Ausbildungsqualität mittlerweile so gut ist, dass sie bei der Auswahl ihrer Studierenden selektiver sein kann als die Uni. Oder die Joachim Herz Stiftung, die mit der Förderung der Landesexzellenzinitiative ein positives Zeichen gesetzt und ein Bekenntnis zum Forschungsstandort Hamburg abgegeben hat. Oder die Bucerius Law School....

Kommentare:

  1. Die Zukunft des Hochschulstandorts Hamburg sieht immer noch um einiges besser aus als die des Hochschulstandorts Wiesbaden...

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  2. Die lauwarmen und auch die anderen Kommentaren in allen Ehren, aber liegt nicht der Porblemkern an einem anderen Ort?
    Natürlich fällt es leicht die Bucerius Law School als einen Leuchtturm, der sie zweifellos ist, darzustellen, doch kostet dieser Leuchtturm (nach betriebswirtschatftlich mangelhafter Überschlagsrechnung) jedes Jahr pro Student EUR 30.000 inklusive aller verbundenen Kosten.
    Hingegen plant die Uni Hamburg für einen Studenten im ersten Jahr durchschnittlich etwa EUR 5.500 (ausweislich Finanzbericht der Stadt Hamburg, S.89) und es gilt zu bedenken, dass hierin auch kostenintensive Studien der MINT-Fächer enthalten sind.
    Die Werte mögen nur eingeschränkt vergleichbar sein, jedoch lassen sie zumindest zweifelhaft erscheinen, ob allein eine konzeptionelle Neuausrichtung genügt oder ob nicht vielmehr zunächst die Mittel erheblich aufgestockt werden müssen – wobei sich dann die Frage stellt, wie erfolgreich das aktuelle System mit ausreichender Finanzierung ist.

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  3. Warum nicht (offiziell) zerschlagen, die Fakultäts-Festungen arbeiten ohnehin nicht übergreifend und lassen sich nicht steuern...

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