Mittwoch, 29. Februar 2012

Säkulare Macht


Foto: Auditorium der Bucerius Law School, (c) Vincent Lütkens and his incredible iphone.
Wie demonstriert ein Staat seine Macht? Zu Kaiser’s und König’s Zeiten war die Symbolik klar: Zepter und Reichsäpfel, Roben und Zofen, Schlösser und Kutschen. Im säkularen Staat, in dem Macht ein flüchtiges, weil vom Volk auf Zeit verliehenes Ding ist, sind solcherlei Gebärden nicht mehr erforderlich. Und trotzdem lebt Politik von Symbolik. (Und nicht nur Politik: den Hamburgern sei an dieser Stelle einer ihrer größten Denker zur Lektüre empfohlen: Ernst Cassirer, Philosophie der symbolischen Formen). Beeindruckend war es daher und sollte es wohl auch sein, wie José Emanuel Barroso, Präsident der EU-Kommission anlässlich seines Vortrages an der Bucerius Law School mit Eskorte vorfuhr. Nicht im Bild: weitere sieben dunkle Limousinen, in denen die Entourage mitfuhr.
 
Im Gegensatz zu dieser Inszenierung säkularer Macht stand die Diskussion im Auditorium: Offen, schlagfertig, und gut informiert präsentierten sich die Studierenden der Hochschule, ebenso frank und gleichzeitig überzeugend antwortete der Europäer Barroso - ohne Königsallüren, dafür mit guten Argumenten. Der Aufklärung sei Dank; immerhin eine europäische Errungenschaft, um deren weltweite Geltung und Durchsetzung heute mehr denn je gerungen werden muss.

Und wie demonstriert eine kleine, aber konsequent private und auf Exzellenz bedachte Hochschule ihre Bedeutung? Mit einem Symbol, dass dem Selbstverständnis einer bürgerlichen Hansestadt entspricht, Zugehörigkeit vermittelt und den Träger zugleich ziert: mit der Krawatte der Bucerius Law School. So kann unser EU-Präsident künftig beides: seine Bedeutung offen und seine Verbundenheit subtil zeigen…

1 Kommentar:

  1. Er bekommt aber auch nur die 5er KRAD Staffel, die jeder Regierungschef auf offiziellem Besuch in Deutschland bekommt

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