Mittwoch, 21. November 2012

Perspektiven der Rechtswissenschaft

Unter dem Titel „Perspektiven der Rechtswissenschaft in Deutschland. Situation, Analysen, Empfehlungen“ hat sich der Wissenschaftsrat in seiner jüngsten Stellungnahme erstmals (!) mit der Rechtswissenschaft befasst. Sie dürfte Anlass zu kontroversen Diskussionen sein. Beispiele gefällig?

„Die Rechtswissenschaft muss den inner- sowie interdisziplinären Austausch stärken, sich intensiver mit ihren Grundlagen befassen und thematisch wie personell vielfältiger werden.“

„Verbesserungsbedürftig ist nach Auffassung des Wissenschaftsrates die Transparenz von Forschungsqualität und -leistung in der Rechtswissenschaft. Deshalb sollten sich Fachvertreterinnen und Fachvertreter auf Anforde­rungen und Rahmenbedingungen für die Leistungs­be­wertung rechtswissenschaftlicher Forschung verständigen. Die Attrak­tivität von Kommentarliteratur und Gutachten muss begrenzt werden, indem der dezi­dierten Forschungspublikation größeres Gewicht beigemessen wird.“

„Die Rechtswissenschaft insgesamt ist damit konfrontiert, dass sie sich zur Wahrung ihrer Einheit nicht mehr nur an einem einzigen und einheitlichen be­ruflichen Leitbild orientieren kann.“

Wer weiterlesen will: Hier ist die Pressemitteilung, hier die gesamte Stellungnahme.

Ich bin sicher, dass die Thesen in der Fach- und Wissenschaftsöffentlichkeit Beachtung finden werden, auch WenzDay wird die Diskussion verfolgen und dokumentieren.

Mittwoch, 14. November 2012

The Challenges of Global Governance

Wie wird sich Obamas zweite Amtszeit auf die Weltwirtschaft und insbesondere auf die transatlantischen Beziehungen auswirken? Eine Frage, die man am besten mit Experten diskutiert. Daher ist heute James B. Steinberg zu Gast an der Bucerius Law School. Der Dean der Maxwell School of Citizenship and Public Affairs an der Syracuse University war bis Mitte vergangenen Jahres Vize-Außenminister der USA unter Hillary Clinton und gehört seit Bill Clintons Präsidentschaft zum engsten Kreis der politischen Berater in Washington.

Wenzler, Bürgermeister Scholz, Dean Steinberg, Prof. Dr. Werz
Einen ersten Vorgeschmack auf seine profunde Kenntnis der US Außenpolitik gab es heute Mittag im Gespräch mit Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz: er erwartet zwar ein Umschiffen des "fiscal cliff", aber insgesamt eine schwierige zweite Amtszeit Obamas, dem die Republikaner nichts schenken werden. Europa werde, so der nüchterne Befund, weiterhin als zu heterogen in seiner Strategie wahrgenommen, um für Amerika als stabiler Partner zu gelten. Das betreffe zwar weniger die Deutschen, der europäischen Kakophonie in der Außen- und Sicherheitspolitik, insbesondere im Hinblick auf die Herausforderungen im Nahen und Mittleren Osten würden die Amerikaner aber mit großer Skepsis begegnen. Es wird spannend, was der Gast am Abend im Auditorium der Bucerius Law School im Gespräch mit Prof. Michael Werz von den American Friends of Bucerius zum Besten geben wird.

Mittwoch, 7. November 2012

Si, podemos!

M. Werz
Präsident Obama hat deutlich gewonnen, alle Deutschen atmen auf und reiben sich ein wenig verwundert die Augen, dass der Sieg doch so deutlich ausfiel: Mitt Romney und Paul Ryan konnten noch nicht einmal in ihren Heimatstaaten Wisconsin und Michigan gewinnen. Wer wissen will, welche drei Gründe für diesen Wahlerfolg verantwortlich waren, höre oder lese das Interview mit Michael Werz , Senior Fellow am Center for American Progress in Washington, Professor an der Georgetown School of Foreign Service in Washington und Affiliate Professor an der Bucerius Law School im Deutschlandfunk. Seine These: die Latinos waren's, ¡claro que sí!

Wer mehr über den Wahlausgang und seine Konsequenzen erfahren will, und zwar aus berufenem Munde von Kennern der Szene in DC: am 14. November kommt James B. Steinberg, bislang Vizeaußenminister unter Hillary Clinton und jetzt Dean der renommierten Maxwell School of Public Affairs an die Bucerius Law School, um im Gespräch mit Michael Werz die Perspektiven der USA in einer globalisierten Welt zu erörtern. Denn klar ist: Nach der Wiederwahl fängt nun (wieder) die Arbeit an - innenpolitisch muss eine gespaltene Nation zusammengeführt, außenpolitisch einer ziemlich unaufgeräumten Welt begegnet werden. Es lohnt sich, darüber zu diskutieren!