Mittwoch, 20. März 2013

Hanbao Boruisi Faxueyuan

Dank unseres Alumnus Stephan Kuntner (chin. Kong Shao Fan), der neben seiner Promotion bei Hogan Lovells in Shanghai arbeitet, haben wir nicht nur unsere Marke in China eintragen und schützen lassen, sondern auch unseren Namen: Hanbao Boruisi Faxueyuan, wobei "Hanbao" für Hamburg steht (und zugleich "Burg der Chinesen bedeutet), "Boruisi " lautmalerisch für Bucerius steht (und zugleich "reich an messerscharfen Gedanken" bedeutet, was könnte besser passen!) und "Faxueyuan" das Wort / Zeichen für Hochschule ist.
Wenzler, Kuntner

Mit Stephan / Shao Fan sprechen wir auch über die Erweiterung unserer internationalen Alumniarbeit im Reich der Mitte, damit nach den "American Friends
of Bucerius" bald auch die "Asian Friends of Bucerius" existieren. Eine faszinierende Idee angesichts unserer Internationalisierung, die mich seit unserem gemeinsamen Besuch im legendären "Club 88" in Shanghai im Jahr 2011 nicht loslässt.

Nachtrag (21. 3. 2013): Frau Lohmann aus dem Bereich Studentische Angelegenheiten (die auch chinesisch spricht!) hat mich netterweise auf einen Fehler hingewiesen: „faxueyuan“ heißt “Law School“ oder „Hochschule für Rechtswissenschaft“ („xueyuan“ heißt Hochschule). Vielen Dank!

Mittwoch, 13. März 2013

Tuition Bubble?

TheAtlantic, March 2013
In den USA geht die Angst vor der nächsten Blase um: mit rund einer Billion Kreditvolumen sind amerikanische Absolventen "in der Kreide", und in Zeiten rückläufigen Wachstums werden mehr und mehr dieser Kredite schlecht oder gar nicht mehr bedient. Akademiker, die nach Abschluss ihres Studiums keinen Job finden, können ihre Studiendarlehen nicht oder zumindest nicht sofort und in der erwarteten Höhe zurückzahlen.

Finanziert werden die Studiendarlehen fast ausschließlich von "Sally Mae", einer staatlichen Gesellschaft  - somit ist der US-amerikanische Staat der Ausfallbürge. Hört sich an wie zu Zeiten von "Fannie Mae" und "Freddy Mac", die bei Platzen der Immobilienblase nach 2008 eine wesentliche Rolle gespielt haben.

Zählt man dann die Kosten für ein College-Studium (4 Jahre Harvard: 240.000 US$) und die Professional School dazu (3 Jahre Harvard: 150.000 US$), bewegt man sich in schwindelerregenden Höhen. Die Faustregel heißt: das Anfangs-Jahresgehalt muss die Höhe der Schuldensumme haben, um in 12 bis 15 Jahren abgetragen zu werden.

In den meisten Fällen sind, wie "The Atlantic" uns wissen lässt, die Beträge aber wesentlich niedriger. Denn: nur wenige gehen an Elitehochschulen und die anderen sind wesentlich günstiger, und selbst die, die an den Top Schools landen, zahlen meist weniger als den Schaufensterpreis. Stipendien machen's möglich. So haben nur 1,2 % der US Amerikaner Schulden aus Studiengebühren von mehr als 150.000 US$, fast die Hälfte liegt bei unter 10.000 US$, ein knappes weiteres Drittel bei unter 25.000 US$. Gemessen an den Kosten der Nichtbildung, die in Deutschland kaum jemand interessiert, immer noch ein gutes Investment.

Mittwoch, 6. März 2013

Education 2.0



Wie wird die Hochschule der Zukunft aussehen? Werden Hörsäle an Bedeutung verlieren? Gehören Bücher der Vergangenheit an? Werden Videotutorials die herkömmliche Wissensvermittlung ersetzen? Welche Rolle werden Texte überhaupt noch spielen? Und falls sich alles ändert: wann wird es die Juristenausbildung betreffen?

Eine Vermutung vorweg: die juristischen Fakultäten werden die letzten sein, die auf technologische Veränderungen reagieren werden. Das zeigt sich schon heute an der Bedeutung, die Zeitschriften und Bücher (ich meine die auf Papier) noch immer in den Bibliotheken spielen, während in vielen anderen Fachrichtungen längst Datenbanken und Online-Zeitschriften dominieren.
 
These 1: Plattformen wie EdX, Coursera, 2U oder Udacity werden zweifellos an Bedeutung gewinnen. Für eine Bildungseinrichtung wird sich die Frage stellen, ob sie zum Contentlieferanten auf diesen Plattformen wird oder aber die dort angebotenen Programme nach eigenen Qualitätsmaßstäben anerkennt und dafür Credits vergibt - und diese Angeboite damit zum Teil des eigenen Curriculums macht.

These 2: Die Onlineangebote werden die Wissensvermittlung im Hörsaal verändern. Das, was früher im Hörsaal stattfand, nämlich die Vermittlung von Wissen, wird in die Phase des Alleine-vor-dem-Computer-Lernens (oder iPad oder iPhone oder iSonstwas) verlegt. Das, was früher das Wissen festigte, nämlich die Nachbereitung zuhause, wird künftig an der Hochschule stattfinden, indem der vorher bereits gelernte Stoff im Gespräch im Hörsaal vertieft wird. Dies bringt eine völlige Veränderung der Hörsaalsituation und damit der Pädagogik mit sich.
 
Salman Khan, Khan Academy
These 3: Die Art der Online-Vorbereitung und des Online-Lernens wird stärker mit Videos und interaktiven Elementen stattfinden, als dies heute in (textbasierten) Büchern der Fall sein kann. Das wiederum bringt andere Anforderungen an diejenigen mit sich, die ihre Angebote online zur Verfügung stellen. Die bloße Übertragung von langen Texten auf Papier hin zu langen Texten im Netz wird nicht genügen. Es werden neue Formen der Didaktik entstehen, die multimedial ineinandergreifen.

These 4: Dadurch wird Schriftlichkeit, wie wir sie heute kennen, anders aussehen. Insbesondere für die Juristenausbildung ist aus meiner Sicht noch nicht abzusehen, wohin das führen wird.

These 5: Meine Vermutungen werden alle eintreffen, die Frage ist nur, wie lange es dauert. Wer sich bereits jetzt einen Überblick über die Möglichkeiten verschaffen will, dem sei der Vortrag von Salman Khan auf TED.com ans Herz gelegt - und der Blick in die Khan Academy. Tipp von mir: die Mathematikkurse, eine wahre Freude für alle, die sich für "non calculat" entschieden haben....